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Private Altersvorsorge ab 2027

Alters­vorsorge­depot verständlich erklärt.

Mit der Reform der privaten Altersvorsorge entstehen neue Möglichkeiten für den langfristigen Vermögensaufbau. Das Altersvorsorgedepot verbindet staatlich geförderte Altersvorsorge stärker mit Kapitalmarktanlagen.

Doch was bedeutet das konkret? Welche Chancen und Risiken bestehen – und wie passt ein Altersvorsorgedepot in die eigene Ruhestandsplanung?

Stand der Informationen: August 2026

Die Grundidee

Altersvorsorge und Kapitalmarkt stärker verbinden.

Das Altersvorsorgedepot ist eine neue Form der staatlich geförderten privaten Altersvorsorge. Anders als bei Vorsorgelösungen, die eine Kapitalgarantie vorsehen, können beim Altersvorsorgedepot auch Varianten ohne Garantie genutzt werden. Dadurch können größere Teile des angesparten Kapitals am Kapitalmarkt investiert werden.

Mehr Renditechance bedeutet jedoch nicht mehr Sicherheit. Kapitalmarktanlagen können schwanken und Verluste verursachen.

Eine gesetzlich definierte Positivliste legt fest, welche Anlagen innerhalb des Rahmens zulässig sind. Nach Angaben des Bundesministeriums der Finanzen können die neuen Produkte ab dem 1. Januar 2027 angeboten werden.

Gesetzliche und steuerliche Rahmenbedingungen können sich ändern. Maßgeblich sind die jeweils aktuellen gesetzlichen Regelungen.

Was ist neu?

Mehr Wahl zwischen Sicherheit und Renditechance.

Die Reform erweitert die Auswahl. Sie bewertet nicht, welcher Weg für eine bestimmte Person der richtige ist.

Garantieorientierte Vorsorge

  • stärker auf Sicherheit ausgerichtet
  • Garantien können den Anlagespielraum begrenzen
  • geringere Beteiligung an Kapitalmarktschwankungen

Altersvorsorgedepot ohne Garantie

  • stärkere Beteiligung am Kapitalmarkt
  • höhere Renditechance
  • stärkere Wertschwankungen
  • Verluste sind möglich
  • kein garantierter Erhalt des eingezahlten Kapitals in der Variante ohne Garantie

Standardprodukt

Was ist das Standarddepot Altersvorsorge?

Neben individuell ausgestalteten Lösungen sieht die Reform ein standardisiertes Altersvorsorgedepot vor. Dieses soll die Auswahl vereinfachen und mit voreingestellten Rahmenbedingungen auskommen, solange Anlegerinnen und Anleger davon nicht abweichen möchten.

Für dieses Standardprodukt sieht die Regelung eine Begrenzung der Effektivkosten auf 1,0 Prozent pro Jahr vor.

Das bedeutet nicht, dass jedes Altersvorsorgedepot automatisch dieselbe Kostenstruktur besitzt.

  • Ziel

    Weniger individuelle Entscheidungen bei der Auswahl.

  • Kostenregel

    Begrenzung der Effektivkosten auf 1,0 Prozent pro Jahr – ausdrücklich für das Standardprodukt.

  • Abgrenzung

    Individuell ausgestaltete Altersvorsorgedepots können andere Kostenstrukturen haben.

Garantie & Risiko

Was bedeutet „ohne Garantie“ eigentlich?

Eine fehlende Kapitalgarantie bedeutet, dass der Wert des Depots schwanken kann und das eingezahlte Kapital nicht zu jedem Zeitpunkt oder zum Beginn der Auszahlungsphase vollständig garantiert sein muss.

Im Gegenzug kann ein größerer Anteil des Kapitals langfristig am Kapitalmarkt investiert werden.

Ob mehr Garantie oder mehr Kapitalmarkt sinnvoll ist, lässt sich nicht allgemein beantworten. Es hängt unter anderem ab von:

  • Anlagehorizont
  • Risikobereitschaft
  • finanzielle Situation
  • Vorsorgeziel
  • weitere Altersvorsorgebausteine

Mögliche Chancen

Warum kann ein Altersvorsorgedepot interessant sein?

Die folgenden Punkte beschreiben Möglichkeiten – keine Zusagen und keine Renditeversprechen.

Kapitalmarktbeteiligung

Langfristige Anlagen können stärker an der Entwicklung der Kapitalmärkte teilhaben.

Langer Anlagehorizont

Bei langfristiger Altersvorsorge kann Zeit eine wichtige Rolle für den Vermögensaufbau spielen.

Zinseszinseffekt

Erträge können wieder angelegt werden und ihrerseits zur weiteren Wertentwicklung beitragen.

Staatliche Förderung

Das Altersvorsorgedepot ist Teil der reformierten steuerlich geförderten privaten Altersvorsorge.

Standardisierung

Das Standarddepot Altersvorsorge soll die Produktauswahl vereinfachen.

Risiken

Renditechance gibt es nicht ohne Risiko.

Diese Punkte gehören genauso zur Entscheidung wie die möglichen Chancen.

Kursschwankungen

Der Depotwert kann während der Laufzeit steigen und fallen.

Verluste

Kapitalmarktanlagen können Verluste verursachen.

Zeitpunkt

Marktentwicklungen kurz vor oder während des Ruhestands können besonders relevant sein.

Produktauswahl

Kosten, Anlagekonzept und Risikostruktur können sich zwischen Angeboten unterscheiden.

Persönliche Eignung

Nicht jede Form der Altersvorsorge passt zu jeder finanziellen Situation oder Risikobereitschaft.

Zeit

Zeit verändert die Perspektive auf Risiko.

Ein langer Anlagezeitraum kann mehr Zeit bieten, zwischenzeitliche Marktschwankungen zu durchlaufen. Er beseitigt das Verlustrisiko jedoch nicht.

Deshalb ist der geplante Zeitraum bis zum Ruhestand – und die Zeit danach – ein zentraler Bestandteil jeder Vorsorgeentscheidung.

Kosten

Auch kleine Kostenunterschiede können langfristig relevant sein.

Bei langfristiger Geldanlage wirken Kosten über viele Jahre. Deshalb sollten nicht nur Renditechancen, sondern auch laufende Kosten und die gesamte Kostenstruktur betrachtet werden.

Verbindlich benannt ist bisher die Regel für das Standarddepot Altersvorsorge: Dort ist die durch Kosten verursachte Effektivkostenminderung auf 1,0 Prozent pro Jahr begrenzt. Für andere Ausgestaltungen bedeutet das nicht automatisch dieselbe Kostenhöhe. Welche Kosten im Einzelfall anfallen, ergibt sich aus dem jeweiligen Angebot.

Förderung

Wie wird die neue private Altersvorsorge gefördert?

Das Altersvorsorgedepot ist Teil des reformierten Systems der steuerlich geförderten privaten Altersvorsorge. Die Förderung knüpft an förderfähige Beiträge und die gesetzlichen Voraussetzungen an.

Welche Förderung im Einzelfall relevant ist, hängt von der persönlichen Situation und den jeweils geltenden gesetzlichen Regelungen ab.

Diese Seite dient der allgemeinen Information. Sie ersetzt keine Rechts-, Steuer- oder individuelle Anlageberatung.

Bestehende Altersvorsorge

Was passiert mit bestehenden Verträgen?

Ein neues Altersvorsorgedepot bedeutet nicht automatisch, dass bestehende Vorsorgeverträge beendet oder ersetzt werden sollten.

Eine bestehende Altersvorsorge sollte nicht allein deshalb verändert werden, weil ein neues Produktkonzept verfügbar wird.

  • Garantien

    Welche Zusagen enthält der bestehende Vertrag?

  • Kosten

    Welche laufenden und einmaligen Kosten bestehen bereits?

  • Bestehende Ansprüche

    Welche Leistungen sind bereits aufgebaut?

  • Steuerliche Behandlung

    Wie wird der bestehende Vertrag steuerlich behandelt?

  • Restlaufzeit

    Wie lange läuft der Vertrag noch bis zur Auszahlungsphase?

  • Persönliche Ziele

    Passt der Vertrag noch zu Ihren heutigen Zielen?

  • Mögliche Folgen einer Änderung

    Welche Konsequenzen hätte eine Kündigung, Beitragsfreistellung oder Übertragung?

Der größere Zusammenhang

Ein Depot beantwortet noch nicht die Frage, wie viel Rente Sie später brauchen.

Bevor über ein konkretes Vorsorgeinstrument gesprochen wird, sollte zunächst klar sein, welches Einkommen im Ruhestand gewünscht wird, welche Versorgung bereits besteht und welche mögliche Rentenlücke daraus entsteht.

Das Altersvorsorgedepot kann eine mögliche Lösung innerhalb dieser Planung sein – nicht automatisch die Lösung.

Wie viel müssten Sie überhaupt zusätzlich vorsorgen?

Bevor die Frage nach einem Produkt kommt, lässt sich zunächst modellhaft berechnen, wie groß eine mögliche Versorgungslücke ist und welcher Kapitalaufbau dafür erforderlich sein könnte.

Einordnung

Für wen könnte ein Altersvorsorgedepot interessant sein?

Statt pauschaler Eignungsaussagen helfen konkrete Fragen weiter.

  • Habe ich einen langfristigen Anlagehorizont?
  • Kann ich Wertschwankungen akzeptieren?
  • Welche anderen Altersvorsorgebausteine bestehen bereits?
  • Welche Garantien sind mir wichtig?
  • Wie hoch ist meine mögliche Rentenlücke?
  • Welche Kosten entstehen?
  • Wie flexibel muss meine Vorsorge sein?
  • Wie passt die Lösung zu meinem gesamten Vermögen?

Die Antwort ergibt sich nicht aus einem einzelnen Merkmal, sondern aus dem Zusammenspiel der persönlichen Situation.

Und wenn mir Sicherheit wichtiger ist?

Nicht jeder möchte die Schwankungen einer stärker kapitalmarktorientierten Altersvorsorge tragen. Die Reform sieht deshalb weiterhin unterschiedliche Sicherheits- und Garantiekonzepte vor.

Eine stärkere Ausrichtung auf Sicherheit ist keine schlechtere Entscheidung. Sie folgt lediglich einer anderen Gewichtung zwischen Schwankungsbereitschaft und Planbarkeit.

Abgrenzung

Was ein Altersvorsorgedepot nicht ist

Zwei Fragen, die in der Praxis immer wieder auftauchen.

Altersvorsorgedepot oder normales Wertpapierdepot – ist das dasselbe?

Nein. Ein Altersvorsorgedepot ist Teil eines gesetzlich geregelten Systems der geförderten privaten Altersvorsorge und unterliegt entsprechenden Voraussetzungen und Regeln. Ein frei verfügbares Wertpapierdepot dient dagegen nicht automatisch der geförderten Altersvorsorge und unterliegt nicht denselben Vorgaben.

Ist ein Altersvorsorgedepot einfach ein ETF?

Nein. Das Depot ist der rechtliche und vertragliche Rahmen der Altersvorsorge. Innerhalb dieses Rahmens können – soweit gesetzlich zulässig und vom jeweiligen Angebot vorgesehen – unterschiedliche geeignete Anlagen eingesetzt werden. Ein ETF kann dabei eine mögliche Anlageform sein, ist aber nicht mit dem Altersvorsorgedepot selbst gleichzusetzen.

Und was ist die Frühstartrente?

Die Frühstartrente ist ein separates Vorsorgekonzept für Kinder und Jugendliche, das ebenfalls an ein Altersvorsorgedepot anknüpft. Sie ist nicht mit dem Altersvorsorgedepot für die eigene private Altersvorsorge gleichzusetzen.

Erfahrung

Neue Produkte brauchen eine erfahrene Einordnung.

36

Jahre Finanzdienstleistung

Finanz- und Vorsorgeprodukte verändern sich. Neue gesetzliche Rahmenbedingungen schaffen neue Möglichkeiten – aber nicht jede Neuerung passt automatisch zu jeder Situation. 36 Jahre Erfahrung helfen dabei, neue Konzepte in den Gesamtzusammenhang einzuordnen.

Beratungsprinzip

Erst die Planung. Dann das Produkt.

Ein Altersvorsorgedepot ist – wenn überhaupt – ein möglicher Baustein im vierten Schritt.

  1. 01

    Ziel

    Welches Einkommen möchten Sie im Ruhestand erreichen?

  2. 02

    Ausgangslage

    Welche Renten, Vorsorge und Vermögenswerte bestehen bereits?

  3. 03

    Bedarf

    Welche mögliche Versorgungslücke ergibt sich?

  4. 04

    Lösung

    Welche Vorsorgemöglichkeiten passen zu Ziel, Zeitraum und Risikobereitschaft? Das Altersvorsorgedepot kann hier eine von mehreren Möglichkeiten sein.

Häufige Fragen

Altersvorsorgedepot: die wichtigsten Fragen

Antworten auf Basis der bisher veröffentlichten gesetzlichen Rahmenbedingungen.

Das Altersvorsorgedepot ist eine Form der staatlich geförderten privaten Altersvorsorge, die im Rahmen der Reform der steuerlich geförderten privaten Altersvorsorge vorgesehen ist. Anders als bei Lösungen mit Kapitalgarantie sind auch Varianten ohne Garantie möglich, sodass größere Teile des Kapitals innerhalb des zulässigen Rahmens am Kapitalmarkt investiert werden können.

Neue Produkte können nach Angaben des Bundesministeriums der Finanzen ab dem 1. Januar 2027 angeboten werden.

Das Altersvorsorgedepot ist Teil des reformierten Systems der steuerlich geförderten privaten Altersvorsorge. Die Förderung knüpft an förderfähige Beiträge und die gesetzlichen Voraussetzungen an. Welche Förderung im Einzelfall relevant ist, hängt von der persönlichen Situation und den jeweils geltenden gesetzlichen Regelungen ab.

Nicht zwingend. Die Reform ermöglicht zertifizierte Altersvorsorgedepots ohne Kapitalgarantie. In einer Variante ohne Garantie kann der Wert des Depots schwanken und das eingezahlte Kapital muss nicht zu jedem Zeitpunkt oder zum Beginn der Auszahlungsphase vollständig garantiert sein.

Innerhalb eines Altersvorsorgedepots können – soweit gesetzlich zulässig und vom jeweiligen Angebot vorgesehen – Kapitalmarktanlagen wie Fonds eingesetzt werden. Eine gesetzlich definierte Positivliste legt fest, welche Anlagen zulässig sind. Welche Anlagen ein konkretes Angebot ermöglicht, ergibt sich aus dem jeweiligen Produkt.

Nein. Das Depot ist der rechtliche und vertragliche Rahmen der Altersvorsorge. Innerhalb dieses Rahmens können – soweit gesetzlich zulässig und vom jeweiligen Angebot vorgesehen – unterschiedliche geeignete Anlagen eingesetzt werden. Ein ETF kann dabei eine mögliche Anlageform sein, ist aber nicht mit dem Altersvorsorgedepot selbst gleichzusetzen.

Neben individuell ausgestalteten Lösungen sieht die Reform ein standardisiertes Altersvorsorgedepot vor. Es soll nach Angaben des Bundesministeriums der Finanzen weniger individuelle Entscheidungen erfordern. Für dieses Standardprodukt sieht die Regelung eine Begrenzung der durch Kosten verursachten Effektivkostenminderung auf 1,0 Prozent pro Jahr vor. Das bedeutet nicht, dass jedes Altersvorsorgedepot automatisch dieselbe Kostenstruktur besitzt.

Die Kosten hängen vom jeweiligen Angebot ab und können sich zwischen Anbietern und Ausgestaltungen unterscheiden. Verbindlich benannt ist bisher die Begrenzung für das Standardprodukt: Dort ist die durch Kosten verursachte Effektivkostenminderung auf 1,0 Prozent pro Jahr begrenzt. Konkrete Preise einzelner Anbieter nennen wir hier bewusst nicht.

Ja. Bei kapitalmarktorientierten Anlagen ohne Kapitalgarantie sind Wertschwankungen und Verluste möglich.

Bestehende Verträge sollten individuell geprüft werden. Das Vorhandensein neuer Vorsorgemöglichkeiten bedeutet nicht automatisch, dass ein bestehender Vertrag beendet oder übertragen werden sollte. Maßgeblich sind unter anderem Garantien, Kosten, bereits aufgebaute Ansprüche, steuerliche Behandlung, Restlaufzeit und Ihre persönlichen Ziele.

Das lässt sich nicht pauschal beantworten. Ob ein Altersvorsorgedepot in Frage kommt, hängt unter anderem vom Anlagehorizont, der Risikobereitschaft, der finanziellen Situation, dem Vorsorgeziel und den bereits bestehenden Altersvorsorgebausteinen ab.

Ein Altersvorsorgedepot ist Teil eines gesetzlich geregelten Systems der geförderten privaten Altersvorsorge und unterliegt entsprechenden Voraussetzungen und Regeln. Ein frei verfügbares Wertpapierdepot dient dagegen nicht automatisch der geförderten Altersvorsorge und unterliegt nicht denselben Vorgaben.

Bevor über ein konkretes Vorsorgeinstrument gesprochen wird, sollte klar sein, welches Einkommen im Ruhestand gewünscht wird, welche Versorgung bereits besteht und welche mögliche Rentenlücke daraus entsteht. Mit dem Rentenlückenrechner lässt sich modellhaft einordnen, welcher Kapitalaufbau dafür erforderlich sein könnte.

Die Frühstartrente ist ein separates Vorsorgekonzept für Kinder und Jugendliche, das ebenfalls an ein Altersvorsorgedepot anknüpft. Sie ist nicht mit dem Altersvorsorgedepot für die eigene private Altersvorsorge gleichzusetzen.

Quellen & Stand

Woher die Angaben stammen

Stand der Informationen: August 2026

Gesetzliche und steuerliche Rahmenbedingungen können sich ändern. Maßgeblich sind die jeweils aktuellen gesetzlichen Regelungen.

Diese Seite dient der allgemeinen Information. Sie ersetzt keine Rechts-, Steuer- oder individuelle Anlageberatung.

Nächster Schritt

Passt das Altersvorsorgedepot zu meiner Ruhestandsplanung?

Das lässt sich nicht allein anhand eines Produktnamens beantworten. Entscheidend sind Ihre Ziele, Ihre bestehende Versorgung, Ihre mögliche Rentenlücke und Ihre persönliche Risikobereitschaft.